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Was sind Ritter?
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Reply · Quote Shia (Administrator) #1
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Subject: Was sind Ritter?
Eine Frage die mich schon früher immer etwas hintergründig beschäftigt hat, sich aber beim Lesen von Hektors letzter Geschichte endgültig in den Vordergrund gedrängt hat: Was sind Ritter?

Von der Geschichte und meiner eigenen Vorstellung ausgehend würde ich sagen, daß Ritter eben berittene Kämpfer sind, die in der Gesellschaft eine besondere Stellung einnehmen. Soweit ich weiß, war es Rittern unter Anderem gestattet, eigene Ländereien zu besitzen und diese in eigener Regie zu verwalten. Also unterstanden Ritter einzig und allein ihrem König und waren auf ihren Ländereien Herrscher. Außerdem waren sie berechtigt Feden zu führen was auf einen Krieg mit festen Regeln hinausläuft.

Diese Dinge finde ich nicht schlecht und würde ich gerne übernehmen. Was sagen die Herrschaften bzw. Damschaften dazu?
"Wahret den Glauben. Die alten Götter werden wiederkehren."
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Reply · Quote Hektor #2
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Also Ritter waren halt Adlige, die es sich leisten konnten beritten in den Kampf zu ziehen. Sie waren beispielsweise Fürsten oder Grafen.
Du hast recht, "Ritter" heißt eigentlich beritten, und in erster Linie werden sie das auch sein!
Ich habe mir das bei den Tenglochritter eher so vorgestellt, das sie eben einem Kodex unterstellt sind, und für ihren König kämpfen. Die einen mit mehr, die anderen mit weniger Rüstung.
Als Orden möchte ich sie mir nicht vorstellen, da dies etwas zu religiöses hat...
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Reply · Quote Shia (Administrator) #3
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Ich glaube nicht daß Ritter gleichzeitig auch Adlige sein mußten. Der Titel eines Ritters war ja schon eine große Auszeichnung.
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Reply · Quote Hektor #4
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Ähm doch! Nur Adlige waren Ritter, Blaublütig.

1# Der Begriff Ritter (mittelhochdeutsch "riddare" = Reiter) bezeichnet: I. in Geschichte Politik und Gesellschaft * Angehörige des wehrfähigen Adels im Mittelalter, siehe Ritter, Rittertum* Mitglieder des equester ordo im alten Rom, siehe Eques* einen Adelstitel (bis 1918)* den Ehrentitel der Mitglieder eines Ritterordens

2# Ritter (lat. eques, franz. chevalier, ital. cavaliere span. caballero)war die Bezeichnung für die wehrhaften, adeligen Gefolgsleute des Königs. Jeder Adlige, der "Kriegsdienst" leistete, konnte diesen Titel erwerben. In einem feierlichen Akt, dem Ritterschlag, wurde man vom Herrscher zum Ritter gemacht, vorausgesetzt man brachte die dafür notwendigen sittlichen und militärischen Qualitäten mit. Seit dem 13. Jahrhundert bilden Ritter einen erblichen Stand.
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Reply · Quote Shia (Administrator) #5
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Quote by "Hektor":
Seit dem 13. Jahrhundert bilden Ritter einen erblichen Stand.
Das im Zusammenspiel mit z.B. Sir Isaac Newton oder Sir Roger Moore geh ich mal davon aus, daß es eben nicht so sein muß, daß jemand adelig is.
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Reply · Quote Hektor #6
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Das ist die moderne Zeit. Und außerdem sind diese Männer, welche die Königin von England zum Ritter geschlagen hat, auch mit ihrem Rittertitel adelig!
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Reply · Quote Shia (Administrator) #7
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Das hört sich doch nicht schlecht an. Also ist der Status des Ritters nicht von dem eines Adligen abhängig und kann auch an 'normale' Menschen vergeben werden, die daraufhin durch ihren Rittertitel geadelt werden.

Ich würde vorschlagen, daß es zwei verschiedene Stufen des Rittertums gibt.
Der Ritterschlag kann zwar vom Herrscher des jeweiligen Landes erteilt werden, der Zusatz des Freiherrn aber nur vom König selbst verliehen werden. Dieser Zusatz wiederum versichert dem, dem er verliehen wurde völlig unabhängigkeit von seinem Landsherren und ermöglicht ihm wiederum Feden zu führen und selbst zum Landsherren zu werden.

Nachdem Toklun lange Zeit uneins und mit Krieg überdeckt war, da eben Streit zwischen den einzelnen Landsherren war, würde ich sagen, daß es heutzutage nicht mehr so einfach ist vom Toklunischen König den Titel des Freiherrn zu bekommen. Dadurch wird einer erneuten Zersplitterung des Landes vorgebeugt.
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Reply · Quote Nachtmahr #8
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Historisch:

Ritter sind nach und nach aus berittenen Kriegern enstanden, die islamischen Reiter nachahmend.
Es kam dann immer mehr die Disziplin und Kultur hinzu, die auch aus militärischer Sicht notwendig war.

Ritter ist ein niederer Adelstitel.
Gelegentlich bekam man den für besondere Verdienste.
Es gab auch bei bestimmten Kaisern das Rittertum, das man sich kaufte.
Ein Ritter mußte nicht zwangsläufig Geld und Ländereien haben, aber ganz ohne Geld und Ländereien fehlte ihm die Möglichkeit, bei Kriegen die nötigen Mittel und Gefolgsleute zu haben und seinen Kriegszug zu finanzieren.
Berühmt ist die große Ausnahme John Lackland (Johann Ohneland), der kein Land besaß.

Ritter hatten sowohl eine militärische Ausbildung, als auch ein Wertesystem: Höflichkeit, Essmanieren, Distanzierte Verehrung für Edeldamen, Gnade.
Je nach Epoche stand mal mehr das Militärische, mal mehr das Höfisch-Kulturelle im Vordergrund.

In den Sagen wie z.B. Artus wurde aus dem Ritter etwas, was er in der Realität eigentlich nicht war: 12 Freunde am Königshof, die Paladine.

Fantasymäßig:
Tugenden, Streben nach Vervollkommnung, Streben danach, würdig für den Gral zu werden.

Ich habe auch ein paar Bücher über Ritter.
Aber natürlich kann man den Ritter historisch unkorrekt gestalten, was wahrscheinlich sehr spannend ist.

Dadurch daß die Ritter militärisch entdeckt wurden (schnell, gepanzert) und später durch Musketen aber auch Lanzenträger wieder sinnlos wurden, gabe es eine Blütezeit des Rttertums und einen Niedergang (verarmte Ritter, die notgedrungen Raubritter wurden). Gleichzeitig gab es auch ein Hochmittelalter, eine Blüte der kaiserlich-höfischen Kultur, die ebenfalls später niederging.

Aus Rittern kann man rollenspielmäßig sehr viel machen, auch für die Mitmenschen. Beispiele
Man läßt unbekannte Kämpfer am Turnier teilnehmen, mit der Möglichkeit militärisch und höfisch aufzusteigen.
Edeldamen gaben auserwählten Rittern ein Tuch oder anderes Kleidungsstück mit.
Ritter kämpfen für Ehre (oder Macht). Auftraggeber, Helfer.
Lanzenträger können Rittern gefährlich werden. Zweihänderschwerter wurden als Mittel gegen diese Lanzenträger erfunden. Ein Kamikazejob für den Zweihänder-Schwinger...
Handwerker stellen Rüstung, Kleidung, Wappen, ausgebildete Pferde usw. her.
Ritter kämpfen gegen Biester und Schurken...

----EDIT---
Erblich schließt nicht aus, daß neue Leute hinzukommen!

Und nur dem König unterstellt is historisch falsch soweit ich weiß.

Hier die Adelsrangliste (hoffentlich korrekt)
Kaiser
König
Herzog
Fürst, Prinz
(Marquis)
Graf
(Burggraf)
Baron, Freiherr
Ritter, Edeldame
Herr
Junker

Wie fast immer, gibt's bei Wikipedia einen coolen Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ritter
Reply · Quote Patapuf #9
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nur als ergänzung:

Ritter hatten zwar einen adelstitel und meist eine kleine länderei zur verwaltung, von dem konnten sie dann steuern eintreiben den 10ten, ein teil davon gaben die ritter wiederum dem könig bzw. höheren adeligen ab.

Ritter waren keineswegs zwingend wohlhabend. oft mussten auch sie die rüben essen die die bauern anpflantzten und das leben in einer kalten burg muss besonders im winter äusserst unangenehm gewesen sein. ganz zu schweigen von den enormen kosten für ausrüstung.

meiner meinung nach sollte man ritter nicht genauso machen wie sie wirklich waren. es ist sinnvoller wenn jedes königreich seine eigene Form vom Rittertum hat, Ritter müssen ja nicht zwingend "ritter" genannt werden es sind ja im prinzip nur die niedrigste schicht der adeligen, muslime hatten andere reiter und titel als die europäer. und bei den japanern ist das aquivalent zum ritter der samurai (das lehensystem des alten japans war ganz ähnlich wie das europas). man könnte also ritter je nach region individuell machen.
wo licht ist, ist auch schatten. Doch auch in der tiefsten dunkelheit scheint noch ein licht.  KH
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