Subject: Fortsetzungsgeschichte (Geschichte Teil I)
Die Tenglochritter, die in ihrer Feste Tengeloch im Kondrogebirge leben, sind ein Orden der besten Kämpfer die für die Menschen und den König Tokluns kämpfen. In diesen Tagen strömen ungewöhnlich viele, verstreute Nachok- und Goblingruppen aus Ognan in das Menschenreich. Da die Tenglochritter besonders gut an ihren Waffen als Einzel- und als Gruppenkämpfer ausgebildet sind, reichen meist zwei bis drei Ritter um die unerwünschten Gäste zu bekämpfen und zu vertreiben.
Die Ebene Gangors hat in der Vergangenheit schon viele Schlachten gesehen, aber die größte und für die Menschen wichtigste würde sie noch erleben. Denn an jenem sonnigen Tag, an dem Argma gerade mit seinem Schüler Padwa die Wache über den Brunnen Ka`nom hielt, geschah es, dass eine junge verstört wirkende Frau die Feste erreichte. Sie berichtete von einem Überfall ihres Dorfes Ulgar. Nachok und Goblins seinen die Angreifer gewesen und Ulgar könne nicht mehr lange stand halten. Da schnelle Hilfe von Nöten war, wurden Argma und Padwa von ihrer Wache abgelöst, um dem Dorf zu Hilfe zu kommen. Während Padwa einen kleinen Trupp von sieben Tenglochrittern zusammen stellte, ging Argma zu Simoniz, dem Magier auf der Feste Tengeloch. Simoniz beschwor den acht Helfern zwei Adler, mit denen sie schnellst möglich zu dem Dorf gelangen konnten. Aber bedenkt," mahnte der Magier kurz vor ihrem Abflug, "diese beschworenen Adler werden nur so lange mit euch reisen können, bis ihr das Dorf erreicht habt, danach werden sie verschwinden." Den Hinweis entgegen nehmend, aber kaum beachtend flogen die acht Retter in spe los. Zusammen mit Argma und Padwa saßen noch Salmara, die junge Frau aus dem Dorf, und Selvian auf dem Adler der voranflog. Die Waffe von Argma und Padwa war der Kampfstab. "Mit dieser Waffe lässt es sich schnell und exakt gegen mehrere Gegner gleichzeitig kämpfen, und die fehlende Schärfe des Stabes wird durch die Geschwindigkeit und die Präzision mit der du die Waffe zu führen vermagst bei weitem ausgeglichen!" So hatte Argma schon des öfteren zu seinem Schüler gesprochen. Salmara trug ihr Kurzschwert und ein Schild der Tenglochritter vor ihrer Brust. Selvian hatte auf seinem Rücken einen Köcher mit Pfeilen und seinen Kurzbogen. Ein gut ausgebildeter Langbogenschütze der Tenglochritter könne zwei Pfeile auf einmal gezielt in eine heranstürmende Armee schießen, doch ER könne mit seinem Kurzbogen auch im wilden Getümmel noch gezielte Treffer setzten. So hatte er zu Salmara gesprochen. Er war ein Sutlan, hoch gewachsen und von anmutiger Gestalt.
Der erste Ritter auf dem anderen Adler hatte eine große Zweiblättrige Streitaxt, der zweite hielt in jeder Hand einen Säbel, und der dritte hatte auf seinem Rücken eine Armbrust festgezurrt. Die Waffe des letzten Tenglochritters war nicht zu finden, da seine Waffen seine Fäuste waren.
Schon von weitem erkannten die Gefährten aus der Luft das Dorf, dass sich wie es schien, verbarrikadiert hatte, um den Nachok und ihresgleichen Wiederstand leisten zu können.
Gerade waren die Nachok dabei eine neue Angriffswelle auf Ulgar zu starten. Die Ritter und Salmara kamen gerade noch rechtzeitig, um in das Geschehen einzugreifen. Selvian und der Armbrustschütze setzten von ihren Adlern aus einige tödliche Treffer, um eine Absprungzone frei zu machen. Die Dorfbewohner hatten den starken Nachok kaum etwas entgegen zusetzten. Die Tenglochritter dagegen sprangen mit gezückten Waffen genau im Zentrum ihrer Feinde ab: Salmara wollte sich zum Dorf vorkämpfen, um den Ihren zur Hilfe zu eilen. Dabei wurde sie von einer wütenden aber wohl geführten Streitaxt und zwei herumwirbelnden, aber genauso gezielt geführten Säbeln begleitet. Argma und sein Schüler kämpften, wie sie es schon oft trainiert hatten Rücken an Rücken. Dabei drehten sie sich um ihre gemeinsame Achse, und parierten jeden auf sie zukommenden Schlag, ganz gleich ob es das Schwert eines Nachok, der Dolch eines Goblins, oder gar ein Morgenstern waren. Viele Paraden waren sogar mit solcher Präzision, dass dem Angreifer sein eigener Schlag zum Verhängnis wurde. Selvian und der Armbrustschütze standen sich gegenüber und waren damit beschäftigt, sich gegenseitig den Rücken frei zu schießen. Lange wäre das gegen die wütend Nachok und die flinken kleinen Goblins nicht gut gegangen, wenn da nicht noch Jan`chu der sechste Tenglochritter gewesen wäre. Er wirbelte mit seinen Klingenhandschuhen durch die näher kommenden Angreifer und viele seiner Schläge waren für seinen Feind tödlich. Es dauerte nicht lange, da hatten die Nachok und die Goblins erkannt, mit wem sie es da aufzunehmen hatten, und so riefen sie ihresgleichen zurück. Fünf der sechs Tenglochritter und Padwa hatten keinen Kratzer abbekommen. Nur Selvian hatte das Nachsehen, weil sein Gegenüber für den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam gewesen war, und sich so ein Goblin auf ihn stürzen konnte. Dieser rammte ihm seinen Dolch zwischen Brustschutz und Armsschienen, bevor Jan`chu schnell herbei geeilt war und mit einem schnell gezielten Stoß seines Klingenhandschuhs den Goblin von seinem überraschten Freund trennte.
Selvian musste nun in die Hütte der Heilers gebracht werden um dort möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, denn der Feind würde bestimmt bald zurückkehren. Beim Anflug auf dem Rücken des Adlers hatte Selvian mit seinen sutlanischen Augen sehen können, dass es nicht nur eine kleine Nachokhorde mit einigen Goblins war, sondern hinter dem Fluss Gangor an die Tausend kämpferischen Nachok und Goblins warteten. Das machte die Versammlung stutzig. Was wollen diese vielen Ungeheuer hier in Tolkun?
Padwa und Argma beschlossen auf die feindlichen Linie auszukundschaften. In zwei Tagen wollten sie wieder mit hilfreichen Nachrichten zurück sein. Sie überquerten den Gangor schwimmend und pirschten sich von Osten an das Lager des Feindes heran. Die Ebene war schon immer brach gelegen, aber der jetzige Zustand war ungleich verheerender. Geschmolzener Stein floß über verbrannte Erde und er sank bestialisch. Kleine Krater waren über die ganze Ebene verteilt. Hier und dort trat brennend heißes Magma aus dem Boden. Wie konnte sich diese Gegend nur so schnell verändert haben? Argma und Padwa wagten sich noch weiter in das feindliche Land. Auf einmal erschallte der tiefe Ton eines Horns. "Das Schlachtenhorn der Nachok." sagte Argma. In der Ferne war hektisches Getümmel zu erkennen. Die beiden Ritter pirschten sich noch näher heran um etwas erkennen zu können. Als sie auf eine kleine Anhöhe gekrochen waren, erblickten sie dahinter eine riesige Horde von Nachok und Goblins. Am entferntesten Eck, und nahe beim Anführer waren Albarer zu erkennen. Doch diese waren nicht das schrecklichste, was an diesen Ort zusammenkam. Denn nun sahen sie den Verursacher der Angriffe auf das Dorf Ulgar:
Er war sutlanischer Herkunft, soviel konnte Argma erkennen, aber seine Augen waren schwarz und seine Hände schienen zu brennen. Bei jeder seiner Bewegungen wurde seine vorherige Position durch langsam verschwindendes Feuer nachgezeichnet. Sein gesamtes Erscheinungsbild war Schwarz, doch mitten auf seiner Brust schien er ein blutrotes Amulett zutragen. So etwas hatten die beiden Tenglochritter noch nie gesehen. Sie mussten das Dorf warnen. Doch noch wichtiger war es der Feste Tengeloch Bericht zu erstatten, damit ein Armee aufgestellt werden konnte. Außerdem war Simoniz der einzige, der gegen einen offensichtlich magischen Feind etwas auszurichten hätte. Sie zogen sich also zurück und schwammen wieder durch den Fluss Gangor. Als sie die Mitte des breiten Flusses fast durchschwommen hatten, wurde urplötzlich beide unter Wasser gezogen.
Als Argma und Padwa wieder aufwachten, lagen sie in zwei Betten, in einem ihnen wohl bekannten Raum. Sie waren wieder auf der Feste Tengeloch und Simoniz stand mit strenger Miene zwischen ihren Bette. Simoniz erklärte ihnen, dass sie heute Früh im Osten des Kondrogebirges am Ufer gefunden wurden. Daraufhin erzählte Argma was sie gesehen hatten und woran sie sich noch erinnerten. Die Augen des Magiers weiteten sich und er sah die beiden lange Zeit nachdenklich an. Dann sprach er plötzlich: "Nun gut, wenn das so ist, dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen dem König in Vendehl bericht erstatten! Gebt seinem Magier eine Botschaft von mir, und sagt ihnen, dass höchste Eile geboten ist. Nehmt vier Pferde mit. Ihr könnt sie abwechselnd nutzen und somit schneller vorankommen. Ich kann euch leider dieses mal keine Adler mehr beschwören, da ich meine ganze Kraft brauchen werde um diesem magischen Feind entgegen zu treten. Ich werde mit den Tenglochrittern in die Ebene ziehen um dem Feind möglichst früh entgegen zu treten. Nun Geht!"
Argma und Padwa taten wie ihnen geheißen. Sie ritten einen Tag und eine Nacht in vollem Galopp. Sie machten einen kleinen Umweg in die Stadt Zem. In dieser Stadt veranlassten sie, dass sich die gut trainierten Bogenschützen und Schwertkämpfer, welche der König hier postiert hatte, ihr Pflicht taten und Ulgar zu Hilfe kamen.
Als sie in Vendehl ankamen hatten ihre Pferde den Sinn ihres Lebens erfüllt. Als sie zum König vorgelassen waren und ihm erzählt hatten wie es im Norden seines Landes aussah, befahl er sofort die Aushebung seiner Truppen. Er musste in den Krieg gegen die angreifenden Ognanbewohner ziehen. Vielleicht würden die Orks ja die Gelegenheit nutzen und an anderer Stelle von Norden her nach Toklun einfallen. Tamoniz, den königlichen und wohl mächtigsten Magier in Toklun fanden sie in der berühmten Bibliothek von Vendehl. Nachdem sie ihm das Pergament von Simoniz übergeben hatten und er es gelesen hatte, begann dieser in alten Pergamentrollen zu suchen. Nach ein paar Stunden rief er Argma und Padwa wieder zu sich. "Ich kenne jetzt unseren Feind. Er ist der Sklave des Dämonen Verxil. Das blutrote Amulett das ihr gesehen habt gibt ihm die Macht über das dämonische Feuer von Veroxtron. Noch niemand konnte diesem Feuer wiederstehen. Auch gibt es nur eine Waffe, die den Amulettträger von seinem Amulett trennen kann. Es ist eine Waffe, welche die Göttin in Toklun zurückgelassen hat. Ich muss gen Norden reiten um meinem alten Freund Simoniz gegen das Dämonenfeuer Veroxtrons zu helfen. Ihr aber reitet gen Süden und holt den Speer Samglin aus Esenham. Die Zwerge dort haben ihn als heiliges Relikt in ihren Hallen aufgestellt. Nun macht euch auf und kommt uns im Norden so schnell ihr nur irgend könnt zu Hilfe."
Die beiden Tenglochritter taten wie ihnen befohlen. Sie bekamen zwei frische Pferde aus des Königs Stall und ritten gen Südosten. Sie nahmen die schnellen Hauptstraßen. Immer wieder sahen sie in den Städten und Dörfern, wie sich die Männer rüsteten, um dem Aufruf ihres Königs zu folgen. Ihr Weg führte sie zunächst nach Misgali, von dort aus ritten sie mit neuen Pferden weiter nach Granven, und entlang der Lilienküste. Sie wendeten ihren Weg nach Süden und kamen ans Gebirge. Hier mussten sie ihren Weg zu Fuß weiterführen, um Esenham erreichen zu können. Sie waren schon am Ende ihrer Kräfte, als sie endlich zwischen zwei Berggipfeln die Mauer Esenhams erblickten. "Es ist nicht mehr weit" stöhnte Argma zu seinem Schüler. Er stütze ihn. Esenham ist ein Stadt, welche zum größten Teil unter der Erde, weit im Gebirge liegt. "Der Eingang zu den Hallen liegt inmitten der hohen steinernen Mauer, und wird bewacht von zwei steinernen Zwergen mit ihren Streitäxten. Ihre Bärte sind in vorgeschriebene Art und Weise geflochten und ihre Augen, nahe am Boden, sehen jeden zu Fuß näherkommenden Besucher. Doch bevor man innerhalb dieser Mauer gelangt, muss man noch durch das große goldene Tor. Dieses kann nur geöffnet werden, wenn die Zwerge ihren Steintrollen befehlen es zu öffnen." "Und wann befehlen es die Zwerge Meister?" fragte Padwa mit schwacher Stimme.
"Wenn ich es ihnen sage!" schallte eine Stimme hinter den beiden Tenglochrittern.
Argma und Padwa drehten sich erschrocken um. Diese Stimme war donnernd und von mächtiger Natur, das hatte Argma gleich gespürt. "Wer seid ihr?" richtete sich die Stimme des Tenglochritters an den Fremden. Doch Antwort kam keine. "Ich höre große Eile und Furcht in eurer Stimme. Nennt mir eure Namen!"
"Ich heisse Argma, und das ist mein Schüler Padwa. Wir sind Ritter der Feste Tengeloch und sind im Auftrag des Königs unterwegs. Wir müssen in die Hallen Esenhams!"
"Was treibt zwei Tenglochritter aus dem Norden so weit nach Süden frag ich mich?" sprach der Fremde.
"Auf Geheiß des Königs von Toklun und seinem Magier Tamoniz sind wir in äußerster Dringlichkeit nach Esenham gereist!" Der Fremde nahm sich etwas Bedenkzeit.
"Ich werde euch helfen eure Aufgabe in Esenham zu erfüllen, wenn er mich auf eurer Reise mitnehmt." Argma und Padwa hatten keine andere Möglichkeit als diesen alten Kauz mit sich zu nehmen, wenn er sie tatsächlich durch die Mauer führen würde und ihnen den Speer Samglin besorgen könnte. Doch sie bezweifelten es. Der Alte ging voran. Er hatte einen langen weisen Bart, so geflochten wie es bei den Zwergen üblich war, aber von zwergischem Blute war dieser Mann nicht. Er hatte etwas majestätisches an sich, und doch konnte man ihn ebensogut für einen Bettler und Herumtreiber halten. Als sich die drei Besucher den goldenen Toren Esenhams näherten gingen diese auf, ohne das irgendjemand etwas sagte oder tat. Auch auf ihrem Weg in die Hallen wurden sie von keinem Wächter aufgehalten.
"Nun seid ihr dabei die Hallen Esenhams zu betreten."
durch die hallend schreitend bestaunten die beiden Abenteurer die riesigen Hallen Esenhams. Von überall glänzte ihnen ein güldenes Licht entgegen. Der Alte führte sie direkt in den Thronsaal. Dort saß auf einem prächtig geschmückten, aus dem Stein gehauenen Thron der König der Zwerge. Während Argma sein Anliegen vortrug, bewegte sich ihr Begleiter fast unscheinbar neben den steinernen Thron. Padwa hatte den Eindruck, dass er im Hintergrund nicht erkannt werden wollte. Er stand dort und sah zu Boden. Seine weißen Haare verdecken sein Gesicht so, dass Padwa seine Augen nicht sehen konnte.
"Samglin wollt ihr?" murmelte der Zwergenkönig. Das ist ein seltenes aber dringendes Anliegen wie mir scheint. Ich denke ich werde euch den heiligen Speer der in unseren Hallen verehrt wird mitgeben!"
Damit hatte Argma nicht gerechnet. Es schien ihm zu einfach. Von einem mürischen Zwergenkönig hätte er etwas mehr Widerstand erwartet, aber natürlich nahm er dankend an und nahm das Schriftstück, dass der König unterzeichnet hatte an sich. Wieder aus dem Thronsaal drausen stand der Alte wieder hinter ihnen: "Kommt mit, ich zeige euch wo ihr den Speer holen könnt." Auf einem Altat lag der Speer in den Stein eingefasst. Der Alte zeigte der Wache das Schriftstück. Etwas verdutst sah der stattliche Zwerg darauf. Der Alte war schon in den Altarraum eingetreten, er nahm den Speer mit Hilfe eines weißen Tuches an sich und machte sich umgehend auf den Weg nach draußen. Vor den Hallen Esenhams angekommen stiegen sie die Berge hinunter und sattelten ihre Pferde. Der Alte aber pfiff zweimal auf eine seltsame Weise durch seine Zähne. Kurz darauf erschien ein Südlanden Pferd. "Hier Argma, nimm den Samglin an dich, aber ergreife ihn nur dort, wo das heilige Tuch Nilgmas ihn bedeckt, sonst wirst du seine Macht spüren, und dafür bist du wohl nicht bereit." Zur dritt machten sie sich nun auf den Weg, dem König und seinen Streitern zur Seite zu stehen, hoffentlich kämen sie nicht zu spät...
Die Ebene Gangors hat in der Vergangenheit schon viele Schlachten gesehen, aber die größte und für die Menschen wichtigste würde sie noch erleben. Denn an jenem sonnigen Tag, an dem Argma gerade mit seinem Schüler Padwa die Wache über den Brunnen Ka`nom hielt, geschah es, dass eine junge verstört wirkende Frau die Feste erreichte. Sie berichtete von einem Überfall ihres Dorfes Ulgar. Nachok und Goblins seinen die Angreifer gewesen und Ulgar könne nicht mehr lange stand halten. Da schnelle Hilfe von Nöten war, wurden Argma und Padwa von ihrer Wache abgelöst, um dem Dorf zu Hilfe zu kommen. Während Padwa einen kleinen Trupp von sieben Tenglochrittern zusammen stellte, ging Argma zu Simoniz, dem Magier auf der Feste Tengeloch. Simoniz beschwor den acht Helfern zwei Adler, mit denen sie schnellst möglich zu dem Dorf gelangen konnten. Aber bedenkt," mahnte der Magier kurz vor ihrem Abflug, "diese beschworenen Adler werden nur so lange mit euch reisen können, bis ihr das Dorf erreicht habt, danach werden sie verschwinden." Den Hinweis entgegen nehmend, aber kaum beachtend flogen die acht Retter in spe los. Zusammen mit Argma und Padwa saßen noch Salmara, die junge Frau aus dem Dorf, und Selvian auf dem Adler der voranflog. Die Waffe von Argma und Padwa war der Kampfstab. "Mit dieser Waffe lässt es sich schnell und exakt gegen mehrere Gegner gleichzeitig kämpfen, und die fehlende Schärfe des Stabes wird durch die Geschwindigkeit und die Präzision mit der du die Waffe zu führen vermagst bei weitem ausgeglichen!" So hatte Argma schon des öfteren zu seinem Schüler gesprochen. Salmara trug ihr Kurzschwert und ein Schild der Tenglochritter vor ihrer Brust. Selvian hatte auf seinem Rücken einen Köcher mit Pfeilen und seinen Kurzbogen. Ein gut ausgebildeter Langbogenschütze der Tenglochritter könne zwei Pfeile auf einmal gezielt in eine heranstürmende Armee schießen, doch ER könne mit seinem Kurzbogen auch im wilden Getümmel noch gezielte Treffer setzten. So hatte er zu Salmara gesprochen. Er war ein Sutlan, hoch gewachsen und von anmutiger Gestalt.
Der erste Ritter auf dem anderen Adler hatte eine große Zweiblättrige Streitaxt, der zweite hielt in jeder Hand einen Säbel, und der dritte hatte auf seinem Rücken eine Armbrust festgezurrt. Die Waffe des letzten Tenglochritters war nicht zu finden, da seine Waffen seine Fäuste waren.
Schon von weitem erkannten die Gefährten aus der Luft das Dorf, dass sich wie es schien, verbarrikadiert hatte, um den Nachok und ihresgleichen Wiederstand leisten zu können.
Gerade waren die Nachok dabei eine neue Angriffswelle auf Ulgar zu starten. Die Ritter und Salmara kamen gerade noch rechtzeitig, um in das Geschehen einzugreifen. Selvian und der Armbrustschütze setzten von ihren Adlern aus einige tödliche Treffer, um eine Absprungzone frei zu machen. Die Dorfbewohner hatten den starken Nachok kaum etwas entgegen zusetzten. Die Tenglochritter dagegen sprangen mit gezückten Waffen genau im Zentrum ihrer Feinde ab: Salmara wollte sich zum Dorf vorkämpfen, um den Ihren zur Hilfe zu eilen. Dabei wurde sie von einer wütenden aber wohl geführten Streitaxt und zwei herumwirbelnden, aber genauso gezielt geführten Säbeln begleitet. Argma und sein Schüler kämpften, wie sie es schon oft trainiert hatten Rücken an Rücken. Dabei drehten sie sich um ihre gemeinsame Achse, und parierten jeden auf sie zukommenden Schlag, ganz gleich ob es das Schwert eines Nachok, der Dolch eines Goblins, oder gar ein Morgenstern waren. Viele Paraden waren sogar mit solcher Präzision, dass dem Angreifer sein eigener Schlag zum Verhängnis wurde. Selvian und der Armbrustschütze standen sich gegenüber und waren damit beschäftigt, sich gegenseitig den Rücken frei zu schießen. Lange wäre das gegen die wütend Nachok und die flinken kleinen Goblins nicht gut gegangen, wenn da nicht noch Jan`chu der sechste Tenglochritter gewesen wäre. Er wirbelte mit seinen Klingenhandschuhen durch die näher kommenden Angreifer und viele seiner Schläge waren für seinen Feind tödlich. Es dauerte nicht lange, da hatten die Nachok und die Goblins erkannt, mit wem sie es da aufzunehmen hatten, und so riefen sie ihresgleichen zurück. Fünf der sechs Tenglochritter und Padwa hatten keinen Kratzer abbekommen. Nur Selvian hatte das Nachsehen, weil sein Gegenüber für den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam gewesen war, und sich so ein Goblin auf ihn stürzen konnte. Dieser rammte ihm seinen Dolch zwischen Brustschutz und Armsschienen, bevor Jan`chu schnell herbei geeilt war und mit einem schnell gezielten Stoß seines Klingenhandschuhs den Goblin von seinem überraschten Freund trennte.
Selvian musste nun in die Hütte der Heilers gebracht werden um dort möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, denn der Feind würde bestimmt bald zurückkehren. Beim Anflug auf dem Rücken des Adlers hatte Selvian mit seinen sutlanischen Augen sehen können, dass es nicht nur eine kleine Nachokhorde mit einigen Goblins war, sondern hinter dem Fluss Gangor an die Tausend kämpferischen Nachok und Goblins warteten. Das machte die Versammlung stutzig. Was wollen diese vielen Ungeheuer hier in Tolkun?
Padwa und Argma beschlossen auf die feindlichen Linie auszukundschaften. In zwei Tagen wollten sie wieder mit hilfreichen Nachrichten zurück sein. Sie überquerten den Gangor schwimmend und pirschten sich von Osten an das Lager des Feindes heran. Die Ebene war schon immer brach gelegen, aber der jetzige Zustand war ungleich verheerender. Geschmolzener Stein floß über verbrannte Erde und er sank bestialisch. Kleine Krater waren über die ganze Ebene verteilt. Hier und dort trat brennend heißes Magma aus dem Boden. Wie konnte sich diese Gegend nur so schnell verändert haben? Argma und Padwa wagten sich noch weiter in das feindliche Land. Auf einmal erschallte der tiefe Ton eines Horns. "Das Schlachtenhorn der Nachok." sagte Argma. In der Ferne war hektisches Getümmel zu erkennen. Die beiden Ritter pirschten sich noch näher heran um etwas erkennen zu können. Als sie auf eine kleine Anhöhe gekrochen waren, erblickten sie dahinter eine riesige Horde von Nachok und Goblins. Am entferntesten Eck, und nahe beim Anführer waren Albarer zu erkennen. Doch diese waren nicht das schrecklichste, was an diesen Ort zusammenkam. Denn nun sahen sie den Verursacher der Angriffe auf das Dorf Ulgar:
Er war sutlanischer Herkunft, soviel konnte Argma erkennen, aber seine Augen waren schwarz und seine Hände schienen zu brennen. Bei jeder seiner Bewegungen wurde seine vorherige Position durch langsam verschwindendes Feuer nachgezeichnet. Sein gesamtes Erscheinungsbild war Schwarz, doch mitten auf seiner Brust schien er ein blutrotes Amulett zutragen. So etwas hatten die beiden Tenglochritter noch nie gesehen. Sie mussten das Dorf warnen. Doch noch wichtiger war es der Feste Tengeloch Bericht zu erstatten, damit ein Armee aufgestellt werden konnte. Außerdem war Simoniz der einzige, der gegen einen offensichtlich magischen Feind etwas auszurichten hätte. Sie zogen sich also zurück und schwammen wieder durch den Fluss Gangor. Als sie die Mitte des breiten Flusses fast durchschwommen hatten, wurde urplötzlich beide unter Wasser gezogen.
Als Argma und Padwa wieder aufwachten, lagen sie in zwei Betten, in einem ihnen wohl bekannten Raum. Sie waren wieder auf der Feste Tengeloch und Simoniz stand mit strenger Miene zwischen ihren Bette. Simoniz erklärte ihnen, dass sie heute Früh im Osten des Kondrogebirges am Ufer gefunden wurden. Daraufhin erzählte Argma was sie gesehen hatten und woran sie sich noch erinnerten. Die Augen des Magiers weiteten sich und er sah die beiden lange Zeit nachdenklich an. Dann sprach er plötzlich: "Nun gut, wenn das so ist, dürfen wir keine Zeit verlieren und müssen dem König in Vendehl bericht erstatten! Gebt seinem Magier eine Botschaft von mir, und sagt ihnen, dass höchste Eile geboten ist. Nehmt vier Pferde mit. Ihr könnt sie abwechselnd nutzen und somit schneller vorankommen. Ich kann euch leider dieses mal keine Adler mehr beschwören, da ich meine ganze Kraft brauchen werde um diesem magischen Feind entgegen zu treten. Ich werde mit den Tenglochrittern in die Ebene ziehen um dem Feind möglichst früh entgegen zu treten. Nun Geht!"
Argma und Padwa taten wie ihnen geheißen. Sie ritten einen Tag und eine Nacht in vollem Galopp. Sie machten einen kleinen Umweg in die Stadt Zem. In dieser Stadt veranlassten sie, dass sich die gut trainierten Bogenschützen und Schwertkämpfer, welche der König hier postiert hatte, ihr Pflicht taten und Ulgar zu Hilfe kamen.
Als sie in Vendehl ankamen hatten ihre Pferde den Sinn ihres Lebens erfüllt. Als sie zum König vorgelassen waren und ihm erzählt hatten wie es im Norden seines Landes aussah, befahl er sofort die Aushebung seiner Truppen. Er musste in den Krieg gegen die angreifenden Ognanbewohner ziehen. Vielleicht würden die Orks ja die Gelegenheit nutzen und an anderer Stelle von Norden her nach Toklun einfallen. Tamoniz, den königlichen und wohl mächtigsten Magier in Toklun fanden sie in der berühmten Bibliothek von Vendehl. Nachdem sie ihm das Pergament von Simoniz übergeben hatten und er es gelesen hatte, begann dieser in alten Pergamentrollen zu suchen. Nach ein paar Stunden rief er Argma und Padwa wieder zu sich. "Ich kenne jetzt unseren Feind. Er ist der Sklave des Dämonen Verxil. Das blutrote Amulett das ihr gesehen habt gibt ihm die Macht über das dämonische Feuer von Veroxtron. Noch niemand konnte diesem Feuer wiederstehen. Auch gibt es nur eine Waffe, die den Amulettträger von seinem Amulett trennen kann. Es ist eine Waffe, welche die Göttin in Toklun zurückgelassen hat. Ich muss gen Norden reiten um meinem alten Freund Simoniz gegen das Dämonenfeuer Veroxtrons zu helfen. Ihr aber reitet gen Süden und holt den Speer Samglin aus Esenham. Die Zwerge dort haben ihn als heiliges Relikt in ihren Hallen aufgestellt. Nun macht euch auf und kommt uns im Norden so schnell ihr nur irgend könnt zu Hilfe."
Die beiden Tenglochritter taten wie ihnen befohlen. Sie bekamen zwei frische Pferde aus des Königs Stall und ritten gen Südosten. Sie nahmen die schnellen Hauptstraßen. Immer wieder sahen sie in den Städten und Dörfern, wie sich die Männer rüsteten, um dem Aufruf ihres Königs zu folgen. Ihr Weg führte sie zunächst nach Misgali, von dort aus ritten sie mit neuen Pferden weiter nach Granven, und entlang der Lilienküste. Sie wendeten ihren Weg nach Süden und kamen ans Gebirge. Hier mussten sie ihren Weg zu Fuß weiterführen, um Esenham erreichen zu können. Sie waren schon am Ende ihrer Kräfte, als sie endlich zwischen zwei Berggipfeln die Mauer Esenhams erblickten. "Es ist nicht mehr weit" stöhnte Argma zu seinem Schüler. Er stütze ihn. Esenham ist ein Stadt, welche zum größten Teil unter der Erde, weit im Gebirge liegt. "Der Eingang zu den Hallen liegt inmitten der hohen steinernen Mauer, und wird bewacht von zwei steinernen Zwergen mit ihren Streitäxten. Ihre Bärte sind in vorgeschriebene Art und Weise geflochten und ihre Augen, nahe am Boden, sehen jeden zu Fuß näherkommenden Besucher. Doch bevor man innerhalb dieser Mauer gelangt, muss man noch durch das große goldene Tor. Dieses kann nur geöffnet werden, wenn die Zwerge ihren Steintrollen befehlen es zu öffnen." "Und wann befehlen es die Zwerge Meister?" fragte Padwa mit schwacher Stimme.
"Wenn ich es ihnen sage!" schallte eine Stimme hinter den beiden Tenglochrittern.
Argma und Padwa drehten sich erschrocken um. Diese Stimme war donnernd und von mächtiger Natur, das hatte Argma gleich gespürt. "Wer seid ihr?" richtete sich die Stimme des Tenglochritters an den Fremden. Doch Antwort kam keine. "Ich höre große Eile und Furcht in eurer Stimme. Nennt mir eure Namen!"
"Ich heisse Argma, und das ist mein Schüler Padwa. Wir sind Ritter der Feste Tengeloch und sind im Auftrag des Königs unterwegs. Wir müssen in die Hallen Esenhams!"
"Was treibt zwei Tenglochritter aus dem Norden so weit nach Süden frag ich mich?" sprach der Fremde.
"Auf Geheiß des Königs von Toklun und seinem Magier Tamoniz sind wir in äußerster Dringlichkeit nach Esenham gereist!" Der Fremde nahm sich etwas Bedenkzeit.
"Ich werde euch helfen eure Aufgabe in Esenham zu erfüllen, wenn er mich auf eurer Reise mitnehmt." Argma und Padwa hatten keine andere Möglichkeit als diesen alten Kauz mit sich zu nehmen, wenn er sie tatsächlich durch die Mauer führen würde und ihnen den Speer Samglin besorgen könnte. Doch sie bezweifelten es. Der Alte ging voran. Er hatte einen langen weisen Bart, so geflochten wie es bei den Zwergen üblich war, aber von zwergischem Blute war dieser Mann nicht. Er hatte etwas majestätisches an sich, und doch konnte man ihn ebensogut für einen Bettler und Herumtreiber halten. Als sich die drei Besucher den goldenen Toren Esenhams näherten gingen diese auf, ohne das irgendjemand etwas sagte oder tat. Auch auf ihrem Weg in die Hallen wurden sie von keinem Wächter aufgehalten.
"Nun seid ihr dabei die Hallen Esenhams zu betreten."
durch die hallend schreitend bestaunten die beiden Abenteurer die riesigen Hallen Esenhams. Von überall glänzte ihnen ein güldenes Licht entgegen. Der Alte führte sie direkt in den Thronsaal. Dort saß auf einem prächtig geschmückten, aus dem Stein gehauenen Thron der König der Zwerge. Während Argma sein Anliegen vortrug, bewegte sich ihr Begleiter fast unscheinbar neben den steinernen Thron. Padwa hatte den Eindruck, dass er im Hintergrund nicht erkannt werden wollte. Er stand dort und sah zu Boden. Seine weißen Haare verdecken sein Gesicht so, dass Padwa seine Augen nicht sehen konnte.
"Samglin wollt ihr?" murmelte der Zwergenkönig. Das ist ein seltenes aber dringendes Anliegen wie mir scheint. Ich denke ich werde euch den heiligen Speer der in unseren Hallen verehrt wird mitgeben!"
Damit hatte Argma nicht gerechnet. Es schien ihm zu einfach. Von einem mürischen Zwergenkönig hätte er etwas mehr Widerstand erwartet, aber natürlich nahm er dankend an und nahm das Schriftstück, dass der König unterzeichnet hatte an sich. Wieder aus dem Thronsaal drausen stand der Alte wieder hinter ihnen: "Kommt mit, ich zeige euch wo ihr den Speer holen könnt." Auf einem Altat lag der Speer in den Stein eingefasst. Der Alte zeigte der Wache das Schriftstück. Etwas verdutst sah der stattliche Zwerg darauf. Der Alte war schon in den Altarraum eingetreten, er nahm den Speer mit Hilfe eines weißen Tuches an sich und machte sich umgehend auf den Weg nach draußen. Vor den Hallen Esenhams angekommen stiegen sie die Berge hinunter und sattelten ihre Pferde. Der Alte aber pfiff zweimal auf eine seltsame Weise durch seine Zähne. Kurz darauf erschien ein Südlanden Pferd. "Hier Argma, nimm den Samglin an dich, aber ergreife ihn nur dort, wo das heilige Tuch Nilgmas ihn bedeckt, sonst wirst du seine Macht spüren, und dafür bist du wohl nicht bereit." Zur dritt machten sie sich nun auf den Weg, dem König und seinen Streitern zur Seite zu stehen, hoffentlich kämen sie nicht zu spät...
(LLL) Leben und Leben Lassen!
Hektor
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